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Neue Währungen zur Stabilisierung des Euro

"Der EURO ist tot, es lebe die D-Mark" klingt es inzwischen öfter aus den Gazetten und Diskussionsforen. Hintergrund ist die Finanzkrise, die sich zunehmend zu einer Währungskrise ausweitet. Diese Entwicklung ist systembedingt, sie muss also so kommen.

Die Frage, wie man mit der Krise der Währungen umgeht ist jedoch alles andere als trivial. Die Idee, man führe die D-Mark wieder ein und löse den Euro-Verbund auf und alles wird wieder gut ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Die Exportwirtschaft im deutschen Raum würde solch einen Schritt mit plötzlichem Absatzeinbruch bezahlen, da die Aufwertung dieser neuen/alten Mark ebenso plötzlich käme. Dem Währungsbruch würde also der Bruch in den Wirtschaftsstrukturen folgen: Schnell und hart.

Auch andere Entwicklungs-Optionen, wie sie beispielsweise in einer Handelsblatt-Kolumne benannt werden, zeigen, dass ein kippendes Euro-System grundlegende Probleme hervorrufen würde.

mehrschichtiges Währungssystem
Einzig konstruktives Ventil, welches sich für den Druck in den alten Währungen finden ließe, wäre die Etablierung paralleler Währungsstrukturen. Wenn in der heutigen Debatte von der Einführung neuer/alter Währungen die Rede ist, wird stillschweigend immer ein Währungsmonopol vorausgesetzt. Obwohl Monopole in den Wirtschaftswissenschaften als grundlegend kritisch angesehen werden, werden nur selten strukturelle wirtschaftliche Probleme darauf zurückgeführt, dass das "Betriebssystem" des Wirtschaftssystems, nämlich das Geldsystem, monopolisiert ist. Mit der Etablierung eines mehrschichtigen Währungssystems ließen sich verschiedene heutige Probleme lösen:

  • parallel zur Stabilisierungspolitik im Euro-System können bereits neue Währungen genutzt werden, die nach anderen Systemarchitekturen konstruiert sein können, um alte Fehler zu vermeiden
  • sollte es tatsächlich zu einem Bruch des Euro kommen, existieren dann bereits Währungssysteme, die nutzbar sind
  • die durch die neuen Währungen geformten Unternehmensnetzwerke sind bei einem tatsächlichen Bruch der Gemeinschaftswährung weniger gefährdet, da sie ihre Geschäfte zusätzlich auf Basis einer parallelen Währung durchführen und sich durch die neuen Zahlungssysteme neue Verbindungen und Vernetzungen herauskristallisiert haben
  • die Versorgung der Bevölkerung durch die Unternehmensnetze kann problemloser aufrechterhalten werden

Vor der Einführung des Euro als Bargeld existierte von 1979 bis 1998 der ECU quasi als paralleles Verrechnungssystem zu den existierenden nationalen Währungen. Die jetzige Monokultivierung des europäischen Währungsraumes würde im nächsten Schritt also durch eine Vielfalt an Währungen weiterentwickelt werden. Ausgehend vom dem Gedanken eines "Europa der Regionen", wie es Kerngedanke der Europäischen Union ist, wäre eine Orientierung der neuen Währungsräume an regionalen Strukturen sinnvoll - die bereits existierenden Regiogelder versuchen seit Jahren auf ehrenamtlichem Niveau diese Entwicklung vorwegzunehmen. Die regionale Ausrichtung hat zudem den Vorteil, dass der Selbstversorgungsgrad der Regionen auf Basis kurzer Transportwege gestärkt und damit anderen absehbaren Entwicklungen wie Peak Oil vorgegriffen werden kann.

Angesichts der sich zuspitzenden Entwicklung in den monopolartigen Währungssystemen des Industriezeitalters ist eine vorausschauende Modernisierung des Währungs- und Finanzsystems dringend geboten, damit nicht plötzlich eintretende Ereignisse die Wirtschaftsstrukturen fundamental erschüttern und die Versorgung der Bevölkerung gefährden.

Bricht der Euro-Währungsraum?

Eines der Themen in meinen Vorträgen zu regionalen Währungen war immer auch, dass der Euro wie ein steifes Brett über Europa liegt und völlig unterschiedlich entwickelte Wirtschaftsräume zusammenzementiert. Was für die Bundesrepublik zwischendurch als Vorteil erschien, könnte sich zum Bumerang entwickeln. Im Zuge der Euro-Krise ist immer öfter von einem Ausstieg einzelner Länder aus der Gemeinschaftswährung die Rede. Aus Sicht des Schweizer Tagesanzeiger sollte sich die Bundesrepublik aus der Währungsunion verabschieden: Der Austritt Deutschlands als Lösung der Euro-Krise

Währungspolitisch macht das Sinn, wirtschaftsstrukturell ist es problematisch - aber die Anpassung der Wirtschaftsstrukturen ist unausweichlich. Die heutigen Export-Vorteile der Bundesrepublik würden bei einem Austritt und einer zweifellosen Aufwertung der dann entstehenden Währung wegfallen. Die auf Export ausgerichtete Wirtschaft müßte sich rasant reorganisieren. Nebeneffekte eingeschlossen. Gesund wäre es für alle Beteiligten, denn die Exportorientierung hiesiger Unternehmen (und der Politik) zwingt die Importländer zur Verschuldung und trägt damit zu jenem Stress bei, den Griechenland und Irland derzeit ausgesetzt sind.

Unabhängig davon, wie das Währungsspektakel ausgeht, sollte die Politik ihre Exportförderungen möglichst rasch einstellen. Die GA-Förderung in Sachsen beispielsweise, die überregional liefernde Unternehmen fördert, benachteiligt regional orientierte Firmen und ist nicht mehr zeitgemäß.